


Im Gespräch war das lange genug. „Weldbrüggen“, das ist ein durchlaufender Text, also sollte er auch so gedruckt werden, ohne Kapitel, ohne Unterbrechungen, ein endloses Textband von Anfang bis Ende: das war die Idee. Am Besten sollte es der Leser auch in einem Zug durchlesen, von Anfang bis Ende: das war die nächste Idee. Nur, das kann keiner. Ein gedachter Leser vielleicht, ein virtueller. Dieser Gedanke behagt PvM außerordentlich, zu seinen fiktiven Texten hätte er gern fiktive Leser, man könnte Text und Leser zusammen in einer black box einsperren, sagt er, und in zweihundert Jahren könnte man nachschauen, was passiert ist. Es gäbe natürlich Unmengen von Rezensionen und Kommentaren, schriftlichen wie gesprochenen, und vor allem solchen, die sich nur im Bewusstsein der Leser abspielen, oder, noch wahrscheinlicher, unterhalb ihres Bewusstseins, das wär lehrreich auszuforschen, nach zweihundert Jahren. An diesem Punkt bleibt PF nichts anderes übrig als zu sagen, ja, aber wir haben es hier mit richtigen Lesern zu tun, in der richtigen Welt. PvM verliert jetzt schnell das Interesse, aber PF weiß, jetzt muss er hartnäckig bleiben. Der Text, so sagt er, verträgt eine Unterteilung in drei große Blöcke. So, sagt PvM, damit meinst du, in drei Bände? Und was wäre so schlimm dran? fragt PF. Was so schlimm dran wäre? fragt PvM zurück. Schlimm dran wäre, dass ich mir das anders vorgestellt habe. Drei Bände … sagt PF bittend. Dann mach du das mal, sagt PvM, leicht verschnupft, aber ich will damit nichts zu tun haben.
Also hat sich PF an’s Werk gemacht, und hat eine Aufteilung des Textmonsters in drei Bände bewerkstelligt, ohne an einem einzigen Satz etwas zu ändern. Lediglich für sich lesbar sind die einzelnen Bände nicht, und sie müssen in der vorgegebenen Reihenfolge gelesen werden, wenn die Geschichte verstanden werden soll.
Dass PvM bei dem Thema so unwirsch reagiert, hat mit der Entstehungsgeschichte des Textes zu tun, wen es interessiert, der kann das im Beitrag „Weldbrüggen“ nachlesen. Es ist begreiflich, dass ein Autor, der über der Abfassung eines Romans fast verstorben wäre, zu diesem Roman eine besondere, nun, sagen wir, Bindung hat. „Bindung“ ist hier das richtige Wort. Zwischen einem Autor und seinen Texten waltet eine geheimnisvolle Verknüpfung, die mit der Bindung an eine überwirkliche Person eine große Ähnlichkeit hat, also das diskutier ich hier nicht näher aus.
Die drei Bände sind ab sofort bei amazon als E-Books und als Paperbacks greifbar. Wir haben sie äußerlich ein bisschen aufgehübscht, alles ein bisschen chicer, auf jeden Fall übersichtlicher, und leider auch, das bringt die Sache so mit sich, teurer. Schaun wir mal, wie das lesende und zahlende Publikum die Sache aufnimmt.
Worum geht es? Wir haben einen neuen Klappentext geschrieben, nämlich einen für die Serie, denn um eine solche handelt es sich jetzt ja, und den wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, er geht so:
„Ayla will eigentlich nur ein ganz gewöhnliches Leben. Nicht einfach für eine junge Frau, die schon einmal mit dem Kopf voran aus dem dritten Stock gesprungen ist. Aber es sind Freunde da draußen. Leider auch Wesen, die nur sie und diese Freunde sehen. Die Freunde sind nicht hilfreich, und Ayla kämpft mit ihrer wachsenden Panik. Quirin wird das zu bunt. Als väterlicher Freund holt er Ayla zu sich ins ferne Weldbrüggen. Alles gut, denkt sie, aber die Wesen tauchen auch dort auf. Ayla muss endlich einen Entschluss fassen …“
PF gefällt das, PvM knurrt, das reißt die Sache noch nicht einmal an. Hat er wahrscheinlich recht, aber welcher Klappentext tut das schon. Ein Klappentext soll die Leser neugierig machen, voilà c’est tout.
Der nächste Beitrag auf dieser Seite wird sich mit dem ersten Band von „Weldbrüggen“ näherhin befassen, versprochen.
(Peter Flamm, 28.03.2025. © Verlag Peter Flamm, 2025)