Bloggen auf WordPress, und anderswo

 Hätte nicht wirklich gedacht, dass ich jemals einen solchen Beitrag schreibe. Ich schreibe eben meine Texte, und über das Medium mache ich mir wenig Gedanken. Das hat sich geändert, seit ich nicht mehr zur Gänze es Peter Flamm überlasse, Texte auszuwählen und sie auf facebook oder auf der Website des Verlag Peter Flamm einzustellen, sondern Texte gezielt für diese Foren schreibe. Nun ja, um die Wahrheit zu sagen, einstellen tut sie dann doch PF, ich habe einfach nicht den Nerv für diese Technizitäten. Nichtsdestotrotz komme ich in Berührung mit den Notwendigkeiten, die sich aus den verschiedenen Publikationsformen ergeben, und da mache ich Erfahrungen, auf die könnte ich verzichten.

PF war früher schon einmal auf facebook und hat dort zahlreiche Texte im Vorabdruck aus „Weldbrüggen“ und aus dem „Gesang vom Heiligen Kind“ eingestellt, oder hat sie auf der Website des Verlags Peter Flamm eingestellt und auf facebook auf diese Veröffentlichungen hingewiesen, ich weiß schon nicht mehr, wie rum das ging, ist auch egal, jedenfalls war damit irgendwann Schluss, als facebook einen dieser Textabschnitte sperrte, mit der Begründung, der Abschnitt enthalte „hate speech“ und verletze damit die Gemeinschaftsregeln. Mir fiel der Unterkiefer runter, als ich das hörte, es handelte sich um einen Ausschnitt aus „Weldbrüggen“. Tatsächlich führen in „Weldbrüggen“ verschiedene teufelsanbetende Neonazis das große Wort, und diese Reden werden zum Teil in extenso wiedergegeben; aber genau diese Passagen waren schon unbeanstandet in facebook eingestellt worden, während der jetzt bemängelte Ausschnitt, selbst mit der Lupe gelesen, nichts enthielt, was irgendein Leser hätte als „hate speech“ deuten können. Es war uns die Möglichkeit gelassen, gegen die Entscheidung von facebook Beschwerde einzulegen; wir taten das und verlegten uns erst einmal auf’s Zuwarten; nach zwei Wochen bekamen wir Nachricht, dass die Entscheidung aufrechterhalten und der fragliche Beitrag gesperrt bliebe; und dass wir im Wiederholungsfalle damit rechnen müssten, unseren „account“ überhaupt gesperrt zu bekommen.

Ich bin nicht ganz so ausgeglichen wie PF, im ersten Augenblick schnaubte ich Feuer. Ich bin also ein Autor, über den facebook urteilt, er verbreite „hate speech“ – ohne die Möglichkeit wirklicher Einrede, ohne vernünftige Erklärung, ohne die Möglichkeit, eine solche Lesart überhaupt nachzuvollziehen. PF machte mir schnell klar, dass es kaum etwas Irrelevanteres gebe als das Urteil von facebook über irgendjemanden. Rechnet man zusammen, wer alles auf dieser Seite schon gesperrt worden ist, mit den abenteuerlichsten Begründungen, oder überhaupt ohne jede Begründung, kommt man auf eine Liste höchst ehrenwerter Personen – nur die Gauner und Massenmörder dieser Welt unterhalten hier ihre accounts ganz ungestört.

Wir kamen ziemlich schnell überein, den account des Verlag Peter Flamm auf facebook von uns aus ohne weiteres Warten und ohne Diskussion abzuschalten. Wir haben es beide nicht nötig, uns dem Urteil von Gestalten zu unterwerfen, die hinter dem Konzern in ihrer Anonymität sich verstecken. Schließlich, ich stehe mit meinem Namen für jede einzelne Zeile ein, die ich veröffentliche, PF steht mit seinem Namen für jede einzelne Zeile ein, die sein Verlag veröffentlicht – warum sollen wir uns von Gehirnen Vorschriften machen lassen, die ihre Entscheidungen selbst wieder von den Maschinen empfangen, die sie programmiert haben, ohne der Öffentlichkeit Rechenschaft darüber abzulegen – und wahrscheinlich auch nicht sich selber – nach welchen Parametern und Kriterien diese Programmierungen eigentlich getroffen werden. Dass diese Programmierungen und die daraus resultierenden Entscheidungen jedoch von tiefer sittlicher und charakterlicher Niedrigkeit geprägt sind, davon bin ich nach unseren Erfahrungen überzeugt.

Jedoch habe ich als Schriftsteller ein berechtigtes Interesse daran, Leser zu finden. Jede Kröte zu schlucken in Verfolg dieses Ziels, bin ich zwar nicht bereit, aber ein bisschen nach der Decke strecken muss man sich schon, also beschloss ich vor Veröffentlichung des „Gesang“, einen account unter meinem eigenen Namen auf facebook einzurichten. Ich hatte erst den Gedanken, nur kurze Texte zu veröffentlichen, einzelne Aphorismen, zum größten Teil dem „Gesang“ entnommen, weite Passagen des Werkes kulminieren immer wieder in gnomisch formulierten Kernaussagen, die für sich stehen können, und ich dachte, die Veröffentlichung solcher Zitate, auch außerhalb ihres Kontextes, wäre ein gutes Mittel, potentielle Leser neugierig zu machen.

Zum ersten Mal in’s Stolpern kam ich, als ich eine völlig unschuldige Passage aus „Weldbrüggen“ auf einer Seite auf facebook einstellen wollte, die speziell Sagen Mythen Märchen gewidmet ist. Das passte, denn der Beitrag enthielt eine Sage über die Gefallenen Engel und das Mädchen Ischtar, aus dem altjüdischen Mythenschatz. In alten Romanen heißt es immer „Wer aber beschreibt mein Erstaunen, als …“ und das passt hier wirklich, also: Wer aber beschreibt mein Erstaunen, als ich von dem – natürlich anonym bleibenden – Administrator der Seite mitgeteilt bekam, die Einstellung dieses Beitrags sei nicht genehmigt, „wählen Sie ein anderes Bild“. Ich bin Peter von Mundenheim, ich lege vor anonymen Fuzzis in einer Krawallkloake wie facebook keine Rechenschaft ab. Ich veröffentlichte den Beitrag also auf meiner eigenen Seite „Peter von Mundenheim“, ohne dass es zu weiteren Zwischenfällen kam, weil mir aber der Beitrag gut gefiel, konferierte ich kurz mit PF, und wir beschlossen, ihn auch auf der Website des „Verlag Peter Flamm“ einzustellen. Ihr, die Leser, könnt ihn euch also auf beiden Foren ansehen, und euch selber Gedanken machen, was an dem unschuldigen Text und der ebenso unschuldigen Illustration (von 1892!) eigentlich so anstößig sein soll.

Während all dem beschäftigte mich nervenaufreibend der Nahost-Konflikt. Keiner bleibt davon unberührt. Die Tausende meinen, sich kompetent dazu äußern zu müssen. Warum also nicht auch ich. Nach meiner Gewohnheit pilgerte ich in die Bibliotheken meiner Umgebung und las an Literatur, was ich nur bekam. Wie es so geht, hatte ich mir schon seit Jahren eine Meinung gebildet, ich war und bin, um das mal so zu formulieren, „Partei Israel“, niemand, der „Weldbrüggen“ und den „Gesang“ liest, kann daran im Geringsten im Zweifel sein. Die Ereignisse des 7. Oktober trafen mich wie ein Schlag in den Magen, ich empfand den Impakt des Ereignisses als eine persönliche Bedrohung. Der Gedanke, die Kräfte Israels könnten im Kampf mit den Gegnern überspannt werden, die tägliche Beobachtung der Feigheit in Europa und in den USA, die eigentlich auf der Seite Israels stehen müssten und doch immer wieder in elender Schwanzkneife nach „Feuereinstellung“ und „Rückkehr an den Verhandlungstisch“ heulen – als hätten die Gegner Israels jemals im ernsten Willen auf eine gütliche Lösung verhandelt – war mehr, als ich ertragen konnte. Ich stellte also einen ersten Beitrag auf facebook ein, es ging um die UNRWA, es war einfach stärker als ich. Ich sah, dass es auf der Plattform noch andere Unterstützer Israels gab, vergab entsprechend „Likes“, und dann wurde ich von facebook gesperrt. Meine Beiträge blieben erhalten, aber ich konnte von einer Minute auf die andere fremde Beiträge nicht mehr „liken“. „Likes“ zu verteilen, ist aber auf diesem Forum das hauptsächliche Mittel, der Meinung anderer Unterstützung zu bezeugen. Ich beschwerte mich und wurde „wieder freigeschaltet“. Ich schrieb einen weiteren Beitrag zum Thema Nahostkonflikt und stellte ihn sowohl auf facebook als auch auf der Website des „Verlag Peter Flamm“ ein. Ein dritter Beitrag wurde so umfangreich, dass ich auf facebook nur einen Hinweis publizierte, den Text selber in voller Länge aber auf unserer Website. Und ich wurde erneut gesperrt. Ich versuchte, auf der Seite des israelischen Premiers „Likes“ zu hinterlassen – gesperrt. Ich versuchte, auf den Seiten deutscher Israel-Unterstützer, mit denen ich zum Teil sogar die facebook-üblichen Freundschaftsverhältnisse eingegangen war, „Likes“ zu hinterlassen – gesperrt. Nach Stand des Datums vom heutigen Tage kann ich nicht sagen, was wird, aber ich habe diese facebook-Sache innerlich bereits abgeschrieben. Wer soll so etwas ernst nehmen? Mit entsprechend neuem Interesse wandte ich mich der Website „Verlag Peter Flamm“ zu, und damit sind wir beim Thema.

Bloggen auf WordPress.

Offen gesagt, ich weiß nicht einmal, wie „Wordpress“ sich eigentlich schreibt. WordPress? wordpress? WordPress? Ich bilde mir ein, jede Version schon einmal irgendwo gelesen zu haben, wahrscheinlich rätseln über diese Frage noch mehr Leute. (Man sollte es nicht glauben, aber die Maschine pfuscht selbst hier in die Texte hinein. In meinem Manuskript steht klar: „WordPress? wordpress? WordPress?“ also beim ersten Mal mit kleinem „p“. Nachdem ich aber „Speichern“ und „Veröffentlichen“ gedrückt habe, erscheint im veröffentlichten Text „WordPress“ mit großem „P“. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich weiß ja noch nicht einmal, was ich dazu denken soll.)

Das erste, was mir auf der Website des Verlags auffiel, war, wie energisch PF aufgeräumt hat. Natürlich, „Weldbrüggen“ und der „Gesang“ sind inzwischen auf dem Markt, die zahlreichen und umfangreichen Vorabdrucke, wie sie auf der Seite zu lesen waren, waren damit obsolet, fort damit. Die Auszüge aus dem älteren Roman, dessen Titel ich nach dem Willen von PF noch nicht verraten darf, hätte ich gerne stehen gelassen, aber PF zweifelt, dass die viele Leser angezogen hatten. Also begannen wir die Seite praktisch neu.

Ich starb, sprang unerwarteterweise von der Schippe, brachte „Weldbrüggen“ und den „Gesang“ zu Ende, beide Texte wurden publiziert, und als das Werk vollendet war, hatte ich eineinviertel Jahre mich so gut wie nicht mehr um die Seite gekümmert, dann hatte ich die Idee, auf facebook Leser auf mich aufmerksam zu machen, und alles geschah, wie oben geschildert, und ich begann, mir über das Bloggen auf WordPress meine Gedanken zu machen.

PF hat sich auf der Website schon früher zu Tagesproblemen geäußert, es gibt da eine lange Reihe von Beiträgen zu der sogenannten Corona-Epidemie. PF hatte mich damals gefragt, ob ich mich nicht äußern wolle zu diesem Humbug, ich lehnte mit gespreizten Fingern ab, so tat er es selber, und er schrieb so manchen Satz, den ich selber nicht besser hätte sagen können. In der Sache waren wir uns sowieso einig. Auch diese Texte fielen dem Großreinemachen zum Opfer, wir diskutieren noch, ob wir sie vielleicht doch noch wieder einstellen, gebündelt, inzwischen fühlte ich den unwiderstehlichen Druck, mich zum Nahostkonfikt zu äußern.

Es hatte früher schon interessierte Leser der Seite gegeben, wie zum Beipiel Helga (Körner) von „Helgas Bücherparadies“, deren Blog mir und PF überaus sympathisch war und ist, weil er sich vornehmlich der sogenannten populären Literatur widmet, die ich entsprechend im „Gesang“ zusammenfassend „Popliteratur“ nenne, in dem Gedanken, dass es sich um die eigentliche Literatur des Zeitalters handelt, während die selbsternannte „Hochliteratur“ nicht mehr ist als frech grinsende Feuilleton-Mache. Aber das muss uns hier nicht interessieren. Was mich irritierte, war etwas anderes. Helga ist noch aktiv, aber ein großer Teil der anderen Seiten, die unserer gefolgt waren, sind verschwunden. Einfach in Luft aufgelöst, ich mochte es gar nicht glauben. Ich war in der naiven Erwartung an die Seite rangegangen, da ist alles noch so, wie es war, und ich kann nachlesen, was aus all den Leuten, deren Beiträge ich verfolgt hatte, inzwischen geworden war. Da die Personen, die hinter diesen Seiten standen, ja alle noch am Leben sein dürften, ist rätselhaft, warum ihre Seiten, die zum Teil wirklich Interesse verdienten, einfach aufgegeben wurden. Ich muss mich wohl mit dem unerwarteten Gedanken abfinden, dass das eben so ist. Bloggen auf WordPress, das bedeutet vor allem, stetige Fluktuation, Seiten scheinen zu kommen und zu gehen, stabil übrig bleiben nur wenige. Wie kommt’s? ist der Kampf um Aufmerksamkeit zu anstrengend? sagen sich die Urheber, der Aufwand ist im Vergleich zum Ergebnis zu hoch? Es kostet Zeit, immer neue Beiträge einzustellen, und wenn die Statistik dann sagt, da taucht kaum mal ein Leser auf, mag so mancher Autor sich fragen: Wozu mach ich das?

Die Hoffnung, man müsse nur eine Seite aufmachen und mehr oder weniger regelmäßig einen Text einstellen, und im Verlauf weniger Wochen würden Hunderte und gar bald Tausende von Lesern sich einstellen, diese Hoffnung ist natürlich trügerisch, um das Mindeste zu sagen.

Ich gebe zu, ich habe es da einfacher. Mein strikter Grundsatz ist: Tu das Richtige, alles andere liegt in IHRER Hand. Anders gesagt: Ich habe auf nichts Einfluss als auf das, was ich selber mache. Ob andere das zur Kenntnis nehmen, ob sie herbeigestürzt kommen, um meine Texte zu lesen, oder desinteressiert an mir vorbeigehen – das kann ich kaum beeinflussen. Richtig ist, meine Texte zu schreiben. Richtig ist, zu dieser Ansicht hat mich PF bekehrt, dass ich sie dann auch veröffentliche. Wenn sie aber erst einmal in der Welt sind, habe ich kaum noch einen Einfluss darauf, was aus ihnen wird. Es ist wie mit den Kindern, die man großzieht. Man gibt ihnen mit, was man nur kann, und wie man es nur kann, aber wenn sie dann erwachsen geworden sind, wollen und sollen sie auf eigenen Füßen stehen.

In einem Wort: wenn man etwas zu sagen hat – und ich bilde mir ein, ich habe etwas zu sagen – soll man es auch sagen. Ob jemand zuhört, das habe ich nicht in der Hand. Irgendjemandem nach dem Mund zu reden, nach irgendjemandes Beifall zu schielen, das wäre das Letzte, das mir einfiele. Grob und klar gesagt: Ich bin Peter von Mundenheim, ich habe das nicht nötig. Ich forme meine Sätze nach bestem Vermögen, das ist meine Aufgabe in der Welt. Andere Menschen haben andere Aufgaben, und meine Sätze zu lesen, gehört vielleicht nicht unbedingt dazu. Tant pis.

Manche Menschen erfahren von früh an große und größte Beachtung in der Welt, und nicht wenige zu Recht. Sie erwerben sich die Liebe der Menschen, und manchmal fliegt diese Liebe ihnen zu. Als im Juni dieses Jahres Françoise Hardy starb – nun ja, ich bin ein alter Sack, aber ich habe eine Woche lang geweint, und konnte nicht wieder aufhören damit. Ich nehme nicht an, dass irgendjemand weinen wird, wenn ich mal dahingehe, und, offen gesagt, ich trage diesen Gedanken mit großer Fassung. Ich habe meine Sätze geschrieben, ich glaube, es sind einige darunter, wenigstens einige wenige Sätze, die sind so in deutscher Sprache noch nicht gesagt worden, und ich habe sie poliert und zusammengesetzt nach besten Kräften, und PF hat sie veröffentlicht, und das ist, was wir tun konnten.

Françoise Hardy hat im Laufe ihres Lebens um die dreißig Alben eingespielt, und die höre ich rauf und runter, wenn ich an den Abenden mein Zweirad durch die Wiesen pedaliere, ein solches Erbe hinterlassen manche Menschen, und ich bin froh darum, denn ohne die technischen Zurüstungen unserer Zeit wär ein solches Erbe einer Sängerin nicht möglich. In älteren Zeiten wär die Erinnerung mit dem Menschen untergegangen.

Ja, das können wir heute, die lebendige Stimme eines toten Menschen aufbewahren und sie in die Wirklichkeit zurückholen. Die Stimmen verstorbener Schriftsteller können auch heute noch gehört werden, aber damit sie gehört werden, müssen sie gedruckt werden. Solche Bewahrung ermöglicht unsere Zivilisation in unerreichter und nie dagewesener Fülle. Schon deshalb verdient sie, mit Zähnen und Klauen verteidigt zu werden. Unsere Zivilisation ist die Zivilisation des Marktes, des freien Marktes der Gedanken und der Waren, und es ist unsere Zivilisation, und nur unsere, in der die Überlieferung aller Zeiten und Räume lebendig aufbewahrt und täglich gemehrt wird, Mehrung, die uns nicht aus den Bedingtheiten des Irdischen wird, sondern auch, durch das undichte Dach des Menschlichen, aus dem Oberhalb der unbegreiflichen überirdischen Räume herabdringt in unsere Täglichkeit. Wer weiß, so mancher unscheinbare Blog auf WordPress mag zu dieser Mehrung beitragen, und die Blogger ihrer verschiedenen Richtungen sollten vielleicht nicht immer so schnell aufgeben. Es kommt nicht auf die Wahrnehmung von draußen an, darauf hat niemand Einfluss, es kommt darauf an, selber das Richtige zu tun, und was das Richtige ist, das muss jeder für sich selber herausfinden. Da kann ihm niemand dazwischenreden.

Israel, und die israelische Bevölkerung, und die Juden in aller Welt, die hinter Israel stehen, und die israelische Führung – sie tun das Richtige, indem sie sich verteidigen, ja, mit Zähnen und Klauen. Israel ist der Inbegriff unserer Zivilisation, und der Bedrohung, der diese Zivilisation ausgesetzt ist, ausgesetzt durch Barbarenhorden, wie sie die Welt seit den deutschen Nazis nicht gesehen hat. Die Behandlung der Juden war immer ein Indikator für den Stand der Zivilisation in einem gegebenen Land. Israel hat nicht nur das Recht, sich zu verteidigen, es hat die Pflicht dazu, denn Israel vertritt die Zivilisation des Planeten, die Zivilisation des freien Marktes der Gedanken und der Waren. Wir Europäer haben aus genau den gleichen Gründen nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, Israel beizustehen. Wenn Israel untergeht, gehen auch wir unter, wir sind die nächsten, die auf der Liste der Barbaren stehen. Wie es um die moralische, die charakterliche, die geistige und geistliche Beschaffenheit dieser Barbaren bestellt ist, hat der 7. Oktober gezeigt, wie es um die sittliche Qualität der Relativierer bestellt ist, die einfordern, man müsse „den Kontext bedenken“, sollen diese mit sich selber ausmachen. Gegenüber Ereignissen wie denen vom 7. Oktober bedenkt man nicht „den Kontext“, man stellt sich hin und zeigt Rückgrat.

Was mich anbelangt, so kann ich nicht anders, als mich erneut und noch einmal zur Lage des Staates Israel zu äußern, und zur Lage der Juden in der Welt allgemein. Sorry, ich kann nicht anders, und es ist stärker als ich. Und also werde ich es tun, auf dieser Seite, und was facebook dazu meint, das geht mir am Arsch vorbei.

Das ist das Schöne am Bloggen auf WordPress: Du hast keinen Herrn über dir. Die Nullen von facebook bilden sich ein, sie seien die Herren der Welt. Sie sind nur Zwerge, wir werden sehen, wo sie noch enden. Sie sind die Erfolgreichen, kein Zweifel. An ihnen kann man sehen, wohin einer kommt, wenn er auf den Erfolg schielt. Er endet als schäbiger kleiner Unterdrücker fremder Meinung. Unterdrücker hat es schon viele gegeben in der Geschichte der Menschheit, und niemals haben sie Bedeutendes geleistet für das Vorankommen dieser Menschheit. Bedeutendes zu leisten, haben immer nur die eine Chance, die das Richtige tun – ohne Rücksicht darauf, was für sie dabei herauskommt.

(Dies schrieb Peter von Mundenheim für diese Seite. Er redet sonst nicht so ungeschützt über sich selber. Ich (PF) werde den Beitrag in die Sammlung „Über Peter von Mundenheim“ aufnehmen, da gehört er hin. Peter Flamm, 23.10.24. © Verlag Peter Flamm, 2024)

(Update: PvM ist inzwischen auf facebook wieder „freigeschaltet“, nachdem er eine energische Beschwerde abgeschickt hatte, in der er andeutete, man könne die Sperrung so auffassen, als sei sie wegen seiner proisraelischen Haltung erfolgt. Schaun wir mal, wie lange es hält. Peter Flamm, 10.11.24)

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