Die Macher

Nach ihrer eigenen Theorie hätten sie es wissen müssen, denn die Macher der Mache wussten es nach dieser Theorie erst recht und vorweg, sie kungelten es aus in ihren Hinterzimmern, welchen Ramsch drehen wir den Massen morgen an?

Und welchen Ramsch sie den Massen morgen anzudrehen beschlossen, per Reklame, den würden die Massen ja kaufen.

Da hätten die Sehenden doch einfach nur Spione beschäftigen müssen in den Hinterzimmern, und dann wären sie informiert gewesen, was die Massen morgen hören und lesen würden?

Kamen einfach nicht rein in die Hinterzimmer, hermetisch abgeschlossen waren die, geheime Zirkel waren dort zugange, Verschwörer, die dicht hielten wie mit eisernen, hydraulisch schließenden Türen.

Infolgedessen stand im Zentrum der Leuchterdenke und allen ihren Derivaten die Verschwörungstheorie.

Das brauchten sie wie der Hungernde den Kanten Brot, diese Sehenden, sie brauchten die Figur des tückisch lauernden Verschwörers. Sie brauchten die Konstruktion der Hinterzimmer, mit ihren impenetrablen Türen, Türen hinter Fluchten von Korridoren, teppichbelegten Korridoren, verschluckend den Hall eines jeden Schritts, hinter jeder Ecke lauernd bewaffnete Wächter, instruiert durch allgegenwärtige aber unsichtbare Kameras, durch Bewegungssensoren, durch Geräuschmelder. Sie sahen das, die Sehenden. Sie sahen eine Welt versteckter Landhäuser, in denen die Verschwörer zusammenkamen, aus heimlichen Richtungen, mit Pässen voll falscher Namen. Sie sahen diese Fahrstühle mit den Kombinationen, die man drücken musste in geheimer Kundigkeit, und dann gelangte man in verborgene Stockwerke, hoch über allem oder tief unter allem, Stockwerke verzeichnet in keiner Blaupause, und dort waren dann die Hinterzimmer, in denen alles ausgekungelt wurde. So hatten die Sehenden keine Ahnung, was morgen geschehen würde, und sahen doch alles, denn die Verschwörer waren ihnen immer einen Schritt voraus, die Sehenden aber wussten um die Existenz der Verschwörung und ließen nicht locker. Die Verschwörer planten und exekutierten die Unterdrückung der ausgebeuteten Massen, die Unterdrückung der Frauen, die Unterdrückung der reinen und allein kulturschaffenden Rasse. Warum? Um sich die Taschen zu füllen, allemal, aber das wäre zu kurz gegriffen, das war noch nicht der zureichende Grund. Sie waren Finstere, die Verschwörer, sie waren beseelt vom natürlichen Drang, die Lichten zu vernichten, sich an den Lichten zu rächen dafür, dass die die Lichten waren und sie die Finsteren, es war etwas Dämonisches in den Finsteren, das ergab sich aus ihrer Natur, sie waren Dämonen und Handlanger von Dämonen. Sie waren Männer sie waren Ausbeuter sie waren Rassenverderber. Das war es. Sie waren böse, und sie wollten das Böse. Sie wollten das Böse, weil sie die Bösen waren.

(Peter von Mundenheim, unveröffentlichtes Manuskript, dieser Ausschnitt veröffentlicht auf dieser Seite 29.04.2023, © Verlag Peter Flamm 2023)