Banshee Neue Folge 124

Nachricht von Amy Buchmüller

Ayse, Schätzchen, erzähl jetzt weiter, wir wollen wissen, was passiert ist, wir wollen das wissen. Alles. Wir sind bei dir. Bitte, erzähl uns, was war.

Nachricht von Sandra Zwischenwirt

Ja, ich will das auch wissen. Unbedingt. Schließ uns nicht aus. Ich muss das einfach wissen. Und ich glaub, wenn wir alle das wissen, ist es auch einfacher für dich. Diana, sag du doch was. Für euch ist es doch auch wichtig, dass alle wissen, was passiert ist. Das war doch immer schon so, das war schon immer das Problem, dass Dinge passiert sind, und der Rest der Welt hat das einfach nicht wissen wollen. Aber wir, wir wollen das wissen. Wir wollen das unbedingt wissen. Es ist so, ich hab keine Ruhe, bevor Ayse nicht genau erzählt hat, was passiert ist.

Nachricht von Diana Hindrance

Ja, irgendwie ist das so. Ihr habt recht. Aber es gibt auch diese andere Seite. Die Scham der Opfer. Furchtbare Dinge sind passiert, und wer sich hinterher schämt für all das Schreckliche, das sind nicht etwa die Täter, das sind die Opfer. Die verkriechen sich und lecken ihre Wunden und denken bloß, dass das ja niemand erfährt, was mit mir gemacht worden ist. Mit uns. Das gibt es auch. Tut mir leid, das so hart zu sagen, aber die Deutschen haben sich niemals geschämt für das, was sie uns angetan haben. Nicht die Täter. Kann schon sein, dass es Nachfahren gibt, die sich schämen. Weiß nicht. Bin da skeptisch. Aber die Täter, die Täter selber, die haben sich niemals geschämt. Ein ganzes Volk. Haben gemeinsam gemordet, und wenn sie nicht zugeschlagen haben, haben sie dabei gestanden und zugeguckt, oder sie haben Schmiere gestanden. Schmiere gestanden beim Massenmord. Und hinterher haben sie gesagt, ja, das haben wir ja alles gar nicht gewusst. Ernsthaft. Das haben die sich gegenseitig reingelogen. Das haben wir nicht gewusst. Das waren die Nazis, nicht wir. Und durch ein Wunder GOttes waren die Nazis alle weg, nach dem Krieg. Keiner war ein Nazi gewesen. Und wenn einer mitgemacht hat, dann hat er mitgemacht, „um Schlimmeres zu verhüten“. Und wenn das Reden nicht mehr aufzuhalten war, dann haben sie gesagt, wer damals nicht mit dabei war, wer das alles nicht mit erlebt hat, der kann das gar nicht beurteilen. Na ja, die Opfer, die waren ja wohl dabei, die haben das ja wohl miterlebt, die sind gestorben zu Millionen, zu Millionen sind wir umgebracht worden, und die Täter sagten hinterher, sorry, haben wir einfach nicht mitgekriegt. Und dann haben sie sogar noch gesagt, auch wir sind Opfer, denn diese schrecklichen Verbrechen sind ja in unserem Namen begangen worden, die haben unseren guten Namen beschmutzt. Und wir haben nicht einmal was davon gewusst! Natürlich, wenn die Täter so reden, ist das kein Wunder. Wer so ein Stück Dreck ist, dass er beim Massenmord Schmiere steht, der macht sich hinterher auch kein Gewissen draus, zu lügen und zu sagen, das hab ich alles nicht mitgekriegt. Wer sich kein Gewissen draus macht, beim Massenmord mitzuhelfen, der macht sich auch kein Gewissen draus, hinterher zu lügen. In Wahrheit haben sie es alle gewusst, die Deutschen, alle, weil sie nämlich alle Nazis waren, und also haben sie es alle gebilligt, und haben alle mitgemacht, so einfach ist das. Hätten sie sich alle hingestellt und gesagt, da machen wir nicht mir, was hätten denn „die Nazis“ tun sollen? Aber die Deutschen waren die Nazis, und die Nazis waren die Deutschen, und sie haben sich gaffend und lachend an den Straßenrand gestellt, wenn die Juden durch die Stadt getrieben worden sind, und sie haben mit Fingern auf die Juden gezeigt und gesagt, wir sind die Deutschen, wir sind die Richtigen, und die sind die Falschen, die sind keine von uns, die müssen weg.

Fragt euch doch mal, warum all die muslimischen Antisemiten so begeistert nach Deutschland geströmt kommen. Weil das hier das Land ist, wo „es“ gemacht worden ist. Weil hier gemacht worden ist, wovon sie träumen. Alle Juden umbringen. Die Juden in’s Meer treiben. Hier ist angefangen worden, wo der Burroblast weitermachen wollte.  

Scheiße, wieso diskutiert ich das jetzt. Ayse, sorry. Das ist der Punkt. Wir müssen wissen, was passiert ist, wir wollen das wissen. Sandra hat recht. Ayse, es wird einfacher sein für dich, wenn wir alle wissen, was dir passiert ist, was die mit dir gemacht haben. Und wir wollen das auch wissen. Ich will nicht die ganze Zeit drüber nachdenken müssen, was ist mit der armen Maus passiert, was haben die mit der gemacht. Wir wollen uns doch treffen, bei PvM, sollen wir dann umeinander rumschleichen, und da gibt es diesen Berg von Sachen, über die nicht geredet worden ist? Wir wollen das wissen, nicht, damit wir es abhaken können, sondern damit es auf dem Tisch liegt. Und erst dann können wir weitermachen.

Und da gibt es ja immer noch Sachen, die keiner von uns weiß. Wenn wir bei euch sind, wenn wir in eurer Küche sitzen, Ayse Ohnenamen, dann kommt ja vielleicht auch eure Regina dazu und erzählt uns endlich alles, was wir noch nicht wissen. Was die Polizei rausgekriegt hat, oder die Schlapphüte. Wie viele von diesen Burroblast-Leuten überlebt haben, zum Beispiel, das möcht ich wissen, und ob von denen noch eine Gefahr ausgeht. Und überhaupt, diese ganze Szene. Diese Okkult-Nazis! Sind das bloß Spinner im Untergrund, oder ist das ein ganzes Netz? Wie viele Anhänger haben die? Haben die
Anhänger bei den Muslimen? Haben die Anhänger vielleicht sogar bei der Polizei? Können wir da sicher sein, wenn uns ein Bulle gegenüber sitzt, das ist nicht einer von denen? Ja, und Scheiß drauf, ich bin Jüdin, warum sollt ausgerechnet ich Vertrauen haben zur deutschen Polizei? Werden die uns beschützen, wenn es hart auf hart kommt? Irgendwann mal ist einem doch rausgerutscht, der Mossad hat die Deutschen vor den Burroblast-Leuten gewarnt, und die Deutschen haben das nicht ernst genommen, war das nicht so?

Wollt ich jetzt alles gar nicht schreiben. Sorry. Musst wohl mal raus. Ayse, bitte, red weiter.

(Nachricht vom 22.08.2022, eingestellt auf dieser Seite von Peter Flamm am 23.08.2022, © Verlag Peter Flamm 2022)