Banshee Neue Folge 3

Nachricht von Diana Hindrance

Ernsthaft, Peter, die ganze Geschichte, wie ich da all diese Sachen geschrieben hab, das mit Anwalt und Therapie und so, ich hab eben Angst gehabt, Angst um meine Familie, und das war ja berechtigt, hat sich dann ja rausgestellt, müssen wir das wirklich noch mal aufwärmen? Okay, ich hab diese Message geschrieben, im Namen vom Balbutin, wie er sich von euch verabschiedet hat, aber der Balbutin hat mir das längst verziehen, also, muss das noch mal auf den Tisch?

Nachricht von Peter von Mundenheim

Diana, wir wissen das alle. Wir wissen auch, dass das ein Problem ist. Peter stellt diese alten Nachrichten nicht neu ein, um irgendjemanden von euch vorzuführen. Aber es gibt da keine Wahl. Oder Peter müsste sorgfältig redigieren und alles rausschneiden, was einem von uns im Rückblick peinlich sein könnte. Dann liefe das wahrscheinlich drauf raus, dass wir die Vergangenheit begraben müssten. Das ist aber auch kein Weg. In zwanzig Jahren werden wir wissen wollen, was war damals, was ist da alles passiert. Passiert ist, was passiert ist, niemand kann die Vergangenheit ändern. Zensur ist da kein Weg. Besser ist, wir lassen alles so stehen, wie es war, und lassen es entweder auf sich beruhen, oder, wenn wir das wollen, wir reden nochmal darüber. Ich sehe nicht, dass wir uns etwas vorzuwerfen hätten. Alles, was gesagt worden ist, ist aus dem Augenblick heraus zu erklären. Das meiste war impulsiv gesagt, und aus dem Erleben heraus. Vielleicht kommt mal jemand und macht eine Geschichte daraus, dann erzählt er alles zusammenhängend und bügelt die Falten glatt. Aber wir stecken mittendrin, und hangeln uns weiter von Tag zu Tag. Wenn wir zurückblicken, dann fragen wir, wie ist das alles geworden, wie ist das alles gekommen. Und da ist es doch gut, wenn wir alles wirklich so lesen, wie wir es geschrieben haben.

Nachricht von Peter Flamm

Und außerdem, wenn wir etwas lesen, was früher geschrieben worden ist, steht es ja uns allen frei, uns nochmal dazu zu äußern. Zu sagen, wie wir heute dazu stehen. Was uns damals dazu bewogen hat zu schreiben, was wir geschrieben haben. Alles jedenfalls besser, als nur stehenzulassen, was uns heute noch gefällt. Es ist wie mit diesen alten Briefen im Schrank, sie sind nun einmal da, soll man sie verbrennen?

Nachricht von Amy Buchmüller

Diana, mach du doch mal weiter. Ich will das jetzt wissen. Peter hat da doch noch ein paar Fragen gehabt, was war das. Also. Du hast doch alles, was dein Balbutin erzählt hat, durchgesehen, Wort für Wort, da müsst ihr doch drüber geredet haben. Das eine ist, ist der sich absolut sicher, dass diese Stimme da, diese Stimme, die sich als „der Azazel“ ausgegeben hat, dass es diese Stimme wirklich gegeben hat? Da in Deutz, in diesem Dachzimmer, in dem Zimmer vom Burroblast? Und dass das die Stimme von diesem öligen Schlangentier war? Ja? Diana, bitte, das musst du den Balbutin unbedingt nochmal fragen. War da wirklich kein Betrug im Spiel? Und vor allem, waren dieser Burroblast und der Galgenvater wirklich so überrascht, wie sie getan haben? Ich meine, Balbutin war aufgeregt, wir wissen alle, wie der aus dem Ruder laufen kann, wenn er sich aufregt, du weißt das am besten von uns allen, hat der sich wirklich nicht getäuscht, kann das nicht eine Aufführung gewesen sein, von den beiden, dem Burroblast und seinem Bruder, um ihn zu täuschen? Ja, und das andere war, die Stimme hat angefangen zu reden, ich meine, dieses Schlangenwesen hat angefangen zu reden, als Balbutin das verlangt hat, im Namen Jesu Christi? Peter hat gefragt, woher Balbutin gewusst hat, dass er das so machen muss. Das möcht ich auch wissen. Ich kenn das aus Filmen, katholischen Exorzisten machen das so, die halten einem Besessenen das Kreuz vor und drohen dem Dämon, den sie in dem Besessenen vermuten, deswegen heißt so ein Besessener ja Besessener, weil da ein Dämon drinsitzt, also, der Exorzist droht dem Dämon und redet ihn an und sagt, ich beschwöre dich, im Namen Jesu Christi beschwöre ich dich, und so. Und genauso hat es der Balbutin mit dem Schlangenwesen gemacht, das sich dann „der Azazel“ genannt hat. Woher hat der das gewusst, dass er das so machen muss? Diana, frag deinen Balbutin doch noch mal nach der Gemeinschaft, in der er aufgewachsen ist. Das waren doch Katholiken, aber irgendwie anders, amerikanische Katholiken, ja, richtig orthodox, Fundamentalisten, die geglaubt haben oder noch glauben, selbst der Papst in Rom ist nicht so richtig katholisch, nur sie sind das, und das müssten wir jetzt wissen, spielt das eine Rolle bei dem, was der Balbutin da in Deutz gesehen und gehört hat? Red doch noch mal mit ihm, du kennst ihn doch, es gibt keinen Menschen in der Welt, der ihn besser kennt als du, also, sieh doch mal zu, ob du was aus ihm rauskriegst.

Nachricht von Peter Flamm

Und, was ich unbedingt noch wissen will, wann genau sind die mit ihrem Antisemitismus rübergekommen? Die haben das doch nicht von Anfang an rausgelassen. Und auch in ihrer „Burroblast redet!“-Broschüre steht darüber nichts. Der Antisemitismus, das scheint bei denen der Kern zu sein, den sie sich für die wahren Gläubigen aufheben, der schäbige Rest, das Geheimnis, das keines ist, denn Antisemiten gibt es in dieser Welt wie Sand am Meer. Jedenfalls, das ist wichtig. Wenn ich es richtig verstanden hab, ist das sogar für den Staatsschutz von Wahlburg-Sonderbüren wichtig, die wollen das auch wissen, so hat das jedenfalls PvM gesagt, und der hat es von Regina Austri, da läuft also was ab, oberhalb unserer Köpfe, und der Balbutin war da dicht dran, der hat mehr von diesen „Brüdern der Neuen Erde“ mitbekommen als sonst einer, Diana, frag den noch mal danach.

(Nachrichten eingegangen in dieser Reihenfolge am 23.04.2022, eingestellt auf dieser Seite von Peter Flamm am 24.04.2022, © Verlag Peter Flamm 2022)